Fragen und Antworten

Häufige Fragen

Seid ihr wirklich immer draußen?

Wie sieht die Elternarbeit aus?

Was habt Ihr im Wald dabei?

Gibt es Aufnahmekriterien für die Kinder?

Was brauchen die Kinder?

Wie sind die Öffnungszeiten?

Gibt es besondere Gefahren im Wald?


Seid ihr wirklich immer draußen?

Der Waldkindergarten hat das ganze Jahr hindurch den Wald als zentralen Aufenthaltsort. Hier gibt es sowohl Raum als auch Spielmaterial in Hülle und Fülle. Die Waldbewohner und sein Wandel in den vier Jahreszeiten vermitteln tiefgreifende sinnliche Eindrücke. Für extreme Wetterbedingungen wie z. B. Sturm und Hagel steht uns ein Gruppenraum zur Verfügung. Darüber hinaus haben wir einen Bauwagen im Wald stehen. In diesem befinden sich verschiedene Beschäftigungsmaterialien, wie z. B. Werkzeuge, Seile, Farben, Scheren, Stifte, Bücher etc., die die Kinder nutzen können. Nach unserer Erfahrung ist weder Nässe noch Kälte für die Kinder ein Problem. Sie sind entsprechend witterungsangepasst gekleidet, bewegen sich viel und sind schnell abgehärtet.

Wie sieht die Elternarbeit aus?

Eltern sind die vorrangigen Bezugspersonen der Kinder, sie sind die „Spezialisten“ für ihr Kind, sie kennen es am längsten und wissen sein Verhalten in unterschiedlichen Situationen einzuschätzen. Häufig ist der Kindergarten die erste „außerfamiliäre Instanz“, die sich an der Kindererziehung beteiligt. Von daher ist es wichtig, dass sich Eltern und Fachkräfte über die Erziehungsvorstellungen austauschen und zum Wohl des Kindes kooperieren.

Wir legen sehr viel Wert auf eine intensive, partnerschaftliche Elternarbeit. In den sogenannten „Tür- und Angelgesprächen“ können die Eltern wichtige Fragen des Erziehungsalltags besprechen oder eine Rückmeldung über die Entwicklung des Kindes erhalten. Zusätzlich werden mit allen Familien ausführliche Elterngespräche geführt, bei denen möglichst beide Elternteile anwesend sind, um im Sinne einer „Erziehungspartnerschaft“ zusammenarbeiten zu können. Um die tägliche Arbeit im Wald für die Eltern transparent zu machen, bieten wir Familientage an. Hier sind Verwandte und Freunde eingeladen, die Kinder vormittags in den Wald zu begleiten.

Was habt Ihr im Wald dabei?

Die Grundausstattung für die tägliche Arbeit mit den Kindern tragen die Pädagogen jeweils in einem Rucksack/Bollerwagen mit sich:

  • Mobiltelefon
  • Telefonliste der Eltern und der wichtigsten Einrichtungen der Umgebung
  • Erste-Hilfe-Tasche
  • Notfallplan mit den wichtigsten Notruf-Nummern und einen Anfahrtsplan für die Rettungsfahrzeuge
  • Wasser zum Trinken
  • Wasser zum Händewaschen
  • Handtuch
  • Toilettenpapier und Feuchttücher
  • Wechselkleidung und im Winter Ersatz-Handschuhe, Mützen etc.
  • Tier- und Pflanzen-Bestimmungsbuch
  • Müll-Tüten (um evtl. gefundenen Abfall mitnehmen und entsorgen zu können)
  • Material für geplante Tagesaktivitäten

Gibt es Aufnahmekriterien für die Kinder?

Unser Waldkindergarten verfügt über je 20 bis 25 genehmigte Kindergartenplätze, die in einer Vormittagsgruppe angeboten werden. Wir nehmen in unserem Waldkindergarten ganzjährig Kinder auf.

Voraussetzungen für die Aufnahme sind:

  • mindestens ein Schnuppertag (möglichst mit beiden Elternteilen)
  • ein Gespräch mit der pädagogischen Leitung
  • ggf. ein Gespräch mit dem Träger

Aufgenommen werden Kinder zwischen 3 und 6 Jahren. Sofern es sich mit den Gegebenheiten des Waldes vereinbaren lässt und es für das jeweilige Kind förderlich ist, freuen wir uns über Kinder mit Behinderung in unserer Gruppe.

Was brauchen die Kinder?

Damit die Kinder sich sowohl im Sommer als auch im Winter optimal in der freien Natur bewegen und entfalten können, bedarf es in jedem Fall witterungsangepasster Kleidung und Ausrüstung. Folgende Hinweise geben wir hierbei an unsere Eltern weiter: Die Kinder nehmen ihre Ausrüstung für den Vormittag in kleinen Rucksäcken mit. Die Erfahrung hat gezeigt, dass ein 15 l Rucksack ideal ist, um genügend Stauraum auch für ausgezogene Jacken und Matschhosen oder Fundstücke, die mit nach Hause genommen werden, zu haben. Für kleine, zierliche Kinder empfiehlt sich ein 10 l Rucksack. Der Rucksack sollte sich von den Kindern selbst öffnen und schließen lassen und mit einem Brustgurt versehen sein (damit er auch bei längerem Laufen nicht von der Schulter rutscht). Im Rucksack haben die Kinder: Eine kleine Sitz-/ Iso-Matte, eine verschließbare, bruchsichere Trinkflasche mit Wasser oder ungesüßtem Tee, im Winter eine Thermosflasche mit warmem Tee, eine Brotzeitbox mit einer gesunden Brotzeit d. h. keine Süßigkeiten, Knabbergebäck o. ä., um nicht unnötig Wespen anzulocken und Müll zu vermeiden. Im Winter Ersatzhandschuhe, Matschhose und -jacke (sofern nicht bereits angezogen).

Wie sind die Öffnungszeiten?

Der Waldkindergarten ist am Vormittag von montags bis freitags geöffnet. Jede Gruppe hat ihre Öffnungszeiten: Viehhausen + Einkreut: 7:30 Uhr bis 13:30 Uhr. Hart: 7:00 Uhr bis 14 Uhr.
Der Kindergarten ist an maximal 35 Tagen pro Jahr geschlossen. Die jeweiligen Schließtage sprechen die Pädagogen mit dem Träger ab. In den Elternversammlungen bzw. per schriftlicher Elterninformation werden diese rechtzeitig bekannt gegeben.

Gibt es besondere Gefahren im Wald?

Entgegen vieler Befürchtungen sind die Unfallrisiken im Wald nicht höher als in einem Hauskindergarten. Dies hängt auch damit zusammen, dass sich die Kinder in ihrer Bewegungs- und Koordinationsfähigkeit schnell an die „unwegsamen“ Bedingungen des Waldes anpassen. Trotzdem gibt es im Wald einige besondere gesundheitliche Gefahren, auf die wir die Kinder aufmerksam machen und sie für Risiken sensibilisieren.

Grundsätzlich stellen Nässe oder Kälte für die Kinder kein Problem dar, da sie entsprechend der Witterung angemessen gekleidet sind, sich viel bewegen und darüber hinaus schnell abgehärtet werden.

Zecken: Die „gefährlichere“ Krankheit, die durch Zecken übertragen wird – die FSME – ist recht selten. Wir befinden uns zwar in einem FSME-Gebiet, das sich jedoch nicht auf den Wald begrenzt. Vielmehr ist die Gefahr von Zeckenbissen genauso im häuslichen Garten oder beim Spaziergang über die Wiesen gegeben. Die grundsätzliche Entscheidung für oder gegen eine Impfung gegen FSME tragen die Eltern. Die beste Vorsorge gegen die weiter verbreitete Borreliose ist eine zeitnahe Entfernung der Zecke, da diese Erreger erst nach 12 – 24 Stunden übertragen werden. Früh erkannt, ist diese Erkrankung mittels Antibiotika gut zu behandeln.

Das Vorgehen mit einem Zeckenbiss im Kindergarten wird mit den Eltern individuell vereinbart. Die PädagogInnen können die Zecke entweder entfernen oder den Eltern Bescheid geben, dass diese Ihr Kind abholen und selbst die Zecke entfernen. Den Eltern wird empfohlen, die Kinder täglich nach dem Aufenthalt im Wald nach Zecken abzusuchen und die Kleidung gründlich auszuschütteln, die Zecken falls erforderlich mit einer Pinzette oder Zeckenzange zu entfernen und sich den Körperteil und das Datum des Zeckenbisses zu notieren. Die betroffene Körperstelle sollte noch einige Zeit auf Veränderungen (Rötungen, Fieber etc.) hin beobachtet werden.

Fuchsbandwurm, giftige Pflanzen, Beeren etc.: Die Kinder lernen die „unsichtbare“ Gefahr des Fuchsbandwurms kennen. Für uns alle gilt die Regel:

Wir essen nichts aus dem Wald!

Wir nehmen nichts aus dem Wald in den Mund!

Zum einen können uns bestimmte Pflanzen und Beeren krank machen, zum anderen gehören die Pflanzen, Beeren und Früchte des Waldes den Tieren, sie brauchen sie als Nahrung. Wir haben unsere eigene Brotzeit dabei.

Vor jedem Essen waschen wir uns gründlich mit Wasser und Seife die Hände.

Gefahr des Weglaufens: Im Waldkindergarten hab wir die Regel, die Kinder dürfen nur so weit weg gehen, dass sie die Erzieherinnen (und wir sie) noch sehen und hören können. Die Erfahrung hat uns gezeigt, dass die Kinder diese Regel ohne Schwierigkeiten akzeptieren und einhalten. Den Großteil ihrer Spielzeit verbringen sie ohnehin in der direkten Umgebung des Brotzeitplatzes und des Bauwagens. Die Kinder achten auch untereinander sehr gut darauf, dass sich z. B. neue Kinder nicht zu weit von der Gruppe entfernen.