Waldpädagogik

Die Wald- und Naturpädagogik stammt ursprünglich aus Schweden. Dort wurde bereits 1892 die Organisation „friluftsfrämjandet“ gegründet. Dort wurden wald- und naturpädagogische Projekte angeboten.

Ella Flatau aus Sölleröd in Dänemark war von der schwedischen Idee, naturpädagogische Erlebnisse im Wald stattfinden zu lassen, begeistert und schloss sich der Bewegung an. Sie zog Mitte der fünfziger Jahre zuerst mit ihren eigenen Kindern, später zusätzlich mit Nachbarskindern in den Wald. Die Dänin konnte weitere Eltern von ihrer Idee überzeugen, es entwickelte sich eine Elterninitiative und diese gründete den ersten Waldkindergarten in Dänemark.[1]

In Deutschland waren die Platzverhältnisse während der Nachkriegszeit beengt. Aus diesem Grund, wurden die sogenannten „Spazierkindergärten“ ins Leben gerufen. Sie waren der Vorreiter der heutigen Waldkindergärten. Spazierkindergärten hatten keine festen Räumlichkeiten. Die Kinder verbrachten die Zeit auf Wiesen oder im Stadtwald.

Der erste offizielle Waldkindergarten wurde von Ursula Sube in Wiesbaden gegründet. Dieser erhielt die amtliche Genehmigung, war jedoch nicht staatlich anerkannt.

Neben Ursula Sube strebten auch Kerstin Jebsen und Petra Jäger (angehende Erzieherinnen) die Gründung eines solchen „Draußen-Kindergartens“ an und hospitierten deshalb in einem Waldkindergarten in Dänemark. Mit den neu gewonnen Erfahrungen entwickelten sie eine entsprechende Konzeption und gründeten im Anschluss einen Verein. Dadurch war es den jungen Frauen möglich 1993 den ersten deutschen, staatlich anerkannten Waldkindergarten zu eröffnen. Diese Einrichtung befand sich in Flensburg.[2] Langsam aber stetig breitete sich in Deutschland die Idee der Waldkindergärten aus. Bis dato wurden hierzulande weit über 1000 Waldkindergärten gegründet.

[1] Vgl. Miklitz 2011, S. 14

[2] Vgl. ebd., S. 14 f